Automatischer Informationsaustausch (AIA)

automatischer informationsaustausch - aiaDurch die immer weiter voranschreitende Globalisierung haben es Steuerpflichtige immer einfacher Vermögensanlagen im Ausland zu tätigen und zu verwalten. Auf diese Weise werden hohe Geldbeträge international angelegt, die unversteuert bleiben, solange der Steuerpflichtige den Steuerpflichten in seinem Land nicht nachkommt. Eine Steuerhinterziehung in dieser Form ist für alle Staaten ein Problem, dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Mitglied der OECD oder ein eher kleines Land handelt. Alle Staaten haben ein gemeinsames Interesse daran die Hinterziehung von Steuern zu verhindern.

Im Jahr 2015 wurde der Weg für den automatischen Informationsaustausch geebnet, es soll grenzüberschreitende Steuerhinterziehung verhindern. Staaten, die den automatischen Informationsaustausch (AIA) untereinander vereinbart haben, verpflichten sich dazu Informationen über Finanzkonten auszutauschen. Neben Deutschland und der Schweiz haben sich noch zahlreiche andere Staaten zum automatischen Informationsaustausch verpflichtet. Die Schweiz plant das Sammeln der Daten für das Jahr 2017, im darauffolgenden Jahr sollen dann die gesammelten Daten ausgetauscht werden. Als Laie stellt man sich zum automatischen Informationsaustausch (AIA) einige Fragen, die wichtigsten scheinen jedoch zu sein, über wen Daten gesammelt werden, von wem und warum. Die Frage nach dem warum kann relativ einfach beantwortet werden. Diverse Staatengemeinschaften wie die G20 oder OECD sehen in dem automatischen Informationsaustausch (AIA) das geeignete Mittel, um zukünftig Steuerbetrug und Steuerhinterziehung entgegenzuwirken. Somit ist der automatische Informationsaustausch (AIA) der neue internationale Standard.

Wie funktioniert der automatische Informationsaustausch?

Für die Datenerhebung sind die Banken zuständig, diese müssen alle relevanten Daten erheben und diese an die nationalen Steuerbehörden weitergeben. Im Anschluss erfolgt der automatische Austausch von Informationen mit den anderen Ländern, diese tauschen die gesammelten Daten untereinander aus. Doch welche Daten sind das genau? Die Rahmenbedingungen sind klar festgelegt, die Banken müssen folgende Informationen sammeln und weitergeben. Es müssen die wichtigen persönlichen Daten des Kunden gesammelt werden, hierzu zählen neben dem Namen und der Adresse auch das Geburtsdatum und der Geburtsort, wie auch die Steuernummer. Darüber hinaus werden Angaben zur Kontonummer und zum Stand des Kontos am Ende des Jahres erfasst und ausgetauscht. Hinzu kommt der Name und die Identifikationsnummer der Bank und die Bruttokapitalerträge. Auf den ersten Blick erscheint es, als würden beim automatischen Informationsaustausch (AIA) sehr viele Daten gesammelt, jedoch hätte es auch weitaus schlimmer kommen können. Die Meldung von einzelnen Zahlungen spielen keine Rolle, daher können Kunden beruhigt sein. Wie das persönliche Vermögen angelegt wird und was man sich für sein Geld kauft, bleibt somit weiterhin privat.

Für welche Zwecke werden die Daten genutzt?

Beim automatischen Informationsaustausch (AIA) gibt es ganz klare Regel, so wurde beispielsweise ein starker Datenschutz vereinbart, wie auch das Spezialitätenprinzip. Dieses Prinzip besagt, dass die gesammelten und getauschten Daten nur für steuerliche Zwecke verwendet werden dürfen. Hält sich eines der Partnerländer nicht an diese Vereinbarung, haben die anderen Länder das Recht mit diesem Staat den Austausch von Daten zu unterbrechen. Der Austausch der Daten mit den einzelnen Staaten erfolgt auf der Basis bilateraler Verträge, diese muss jedes Land separat abschließen. Drittstaaten haben demnach keinen Einblick in den Transfer der Daten, dies sieht der automatische Informationsaustasuch (AIA) nicht vor. Es gibt demnach keine Stelle, die alle Daten zentral sammelt.

Ein Beispiel zum automatische Informationsaustausch

Hat ein steuerpflichtiger Deutscher etwa ein Bankkonto in Liechtenstein, meldet die dortige Bank die erforderlichen Daten. Diese Daten werden dann an die Steuerbehörden in Deutschland weitergeleitet. Anhand der Steuererklärung kann nun ermittelt werden, ob das Konto im Ausland bei der Erklärung deklariert worden ist. Wurde dies getan, ist alles in Ordnung. Erfolgte allerdings keine Deklaration des Kontos, haben die Behörden das Recht ein Nach- und Strafsteuerverfahren einzuleiten.

Es lässt sich demnach sagen, dass sich durch den automatischen Informationsaustausch (AIA) die Zeit des unversteuerten Vermögen dem Ende zuneigt. Es ist daher für alle betroffenen Personen empfehlenswert alle Konten im Ausland zu deklarieren, um Schwierigkeiten mit den Behörden zu vermeiden. Gerne beraten unsere erfahrenen Experten Sie persönlich und individuell um die für Sie optimale Lösung zum Schutz Ihrer Vermögenswerte (Assets) zu finden. Kontaktieren Sie uns!

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